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1977/78 Plymouth Fury & 1977/78 Dodge Monaco

AMT, Maßstab 1:25

 

1977/78 Dodge Monaco 

 

 

1977/78 Plymouth Fury

 

Baubericht:

 

„Same body - different faces...!“

Die 1977 und 1978 Dodge Monacos und Plymouth Furys waren durch ihre Stabilität, Robustheit, ziemlich gute Fahreigenschaften und starke Motorisierungen sehr beliebt bei den US-Polizeieinheiten. 
Ob als Stadt- oder Autobahnpolizei, als County-Sheriff oder zivile Polizeifahrzeuge; in allen Bereichen wurden diese Fahrzeuge gerne eingesetzt und mancher Beamter trauert den Wagen heute noch nach, da u.a. die schon erwähnte leistungsstarke Motorisierung mit den Nachfolgemodellen nicht mehr erreicht wurde.

Die beiden Chryslermodelle haben einen großen Bekanntheitsgrad, nicht nur unter den US Bürgern. Wer sich US Spielfilme Ende der 70’er bzw. Anfang der 80’er Jahre ansieht wie z.B. „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ (Originaltitel „Smokey and the Bandit“) oder „Jeder Kopf hat seinen Preis“ (Originaltitel „The Hunter“, Steve Mc Queens letzter Film), der entdeckt sehr oft diese Fahrzeuge als Polizeiwagen darin.

Auch AMT legte das Modell des Dodge Monaco als Filmfahrzeug auf, und zwar soll bzw. kann man nach Angaben von AMT das „Gotham City Police Car“ oder das „Joker Goon Car“ daraus bauen. 
Allerdings ist das völlig falsch, denn in dem Film „Batman“ (mit Jack Nicholson als „Joker“) von 1989, aus dem das Modell des Monacos stammen soll, fuhr kein einziger Dodge Monaco durchs Bild. Entweder waren es Plymouth Volaré’s und Ford Fairmont’s als Polizeifahrzeuge und Chevrolet Malibu’s und ein Dodge 3700 GT als Bösewichterautos. 

Ein weiterer Fehler von AMT ist auch die Bezeichnung Dodge Monaco, denn das Modell ist nur vorne ein Monaco. Hinten, um genauer zu sein die Rückleuchten, ist es ein Plymouth Fury. Also muss man, um einen korrekten Monaco zu bauen, die Rückleuchten ändern.
Will man aber einen Fury bauen, muss man die Nase – hier den Kühlergrill – ändern um einen Fury zu erhalten. 
Seitlich der Nase und zwischen Nase und Heckleuchten ist das Blechkleid allerdings komplett gleich, lediglich verschiedene Ausführungen der Chromleisten und Innenausstattungen unterscheiden den Monaco und den Fury voneinander.
Wenn man sich auf die Suche im Internet nach den beiden Originalen macht, wird man sehr schnell fündig und daher ist es kein Problem, an Originalbilder zu kommen.

Das AMT Modell ist nicht unbedingt als Detailhighlight zu bezeichnen, da u.a. der Motorraum sehr einfach gehalten wurde. Im Innenraum fehlen und stimmen auch einige Details nicht und der Unterboden ist auch ein einfaches Chassis, an dem die Auspuffanlage schon mit angegossen ist.
Mich allerdings reizte es, beide Modelle aus dem „Pseudo-Monaco“ zu bauen. Der Monaco war leichter zu korrigieren als der Fury, da wie schon erwähnt, nur die Rückleuchten geändert werden mussten.

Der Dodge Monaco: Das bewerkstelligte ich indem ich die angegossenen Chromleisten komplett von den klarsichtroten Rückleuchten abschliff. Danach wurden die Teile wieder aufpoliert um die Schleifspuren zu eliminieren.
Als Rückfahrscheinwerfer setzte ich in zuvor gebohrte und zurechtgefeilte Löcher aus Klarsichtgußast gefertigte Gläser.
Danach wurden die Blinkersektionen mit Baremetalfolie beklebt und mit Orange klar bemalt. 
Anschließend fertigte ich aus Evergreen Profil neue Chromleisten an und klebte sie mit Tamiya Flüssigkleber auf die Rückleuchten. Der Kleber hat den Vorteil, dass er komplett verdampft und kaum oder sogar keine Klebespuren zurücklässt. 
Schwieriger war dabei, die Zwischenräume zwischen den äußerst filigranen Chromleisten zu realisieren. Denn im Original sind die Chromleisten zweigeteilt und der Zwischenraum schwarz lackiert.
Nachdem ich die Chromleisten mit Baremtealfolie verchromte, realisierte bzw. imitierte ich die Zwischenräume mit haarfeinen, schwarzen Decalstreifen, die ich aus Decalresten zuschnitt. 
Die Decalstreifen, die nicht mal einen halben Millimeter breit sind, löste ich wie üblich in Wasser an. Da aber so gut wie keine Klebefläche mehr vorhanden war, befestigte ich diese Streifen mittels Humbrol Clearfix auf den Chromleisten.
Als alles ausgerichtet und fertig war, kam über alles noch mal Clearfix per Airbrush, damit sich auch mit der Zeit nichts lösen kann. Fertig waren die korrigierten Dodge Monaco Rückleuchten.

Am Plymouth Fury war nun die Aufgabe, die Nase zu ändern. Das gestaltete sich zuerst etwas schwierig, da ich nicht genau wusste, wie ich die doch recht aufwändig gestylten Kühlergrilllamellen realisieren sollte.
Ein Freund meinte, dass ich doch den Kühlergrill des Plymouth Fury der Firma Yodel verwenden könnte. Das war eine gute Idee, denn der Grill ist korrekt. Ein anderer Modellbaukollege lieh mir den Kühlergrill, den ich dann in Resin abgoß.
Am AMT Modell trennte ich den Mittelsteg heraus, der am Monaco den Kühlergrill in zwei Hälften teilt, aber am Fury ein durchgehender Kühlergrill verwendet wurde.
Anschließend wurde der Kühlergrillausschnitt um etwa ein Millimeter rundherum ausgefeilt. Das musste ich tun, da das Yodel Modell in 1/24 gehalten ist, der AMT aber 1/25 ist. Weiterhin feilte ich den abgegossenen Kühlergrill rundherum etwas schmaler, damit er auch in die Öffnung passte. Mit dem bloßen Auge erkennt man nicht, dass der Kühlergrill etwas größer als 1/25 ist. 
Der Kühlergrill Abguß wurde dann mit glänzendem Schwarz und ALCLAD Chrom lackiert. Die Rückleuchten musste ich für den Fury nur an den inneren Sektionen ändern, da diese Orange waren. Alles andere an den Leuchten konnte lassen wie es AMT produzierte.

Um korrekte Polizeiwagen zu erhalten, bekamen beide Modelle sogenannte „Dogdish“ Räder. Das ist eine Bezeichnung für Radkappen- und Felgenkombination, die Hundefutterschüsseln ähneln, vor allem an Police Cars und Pick Up’s verwendet. 
Die Felgen an meinen Modellen sind Resinabgüsse meiner eigenen Felgenumbauten, die ich aus den Joker Goon Car Felgen umbaute, da diese zwar viel zu tief aber dennoch vom Umfang und der Bauart für Chrysler Modelle korrekt sind. 
Die Radkappen sind ebenfalls Resinabgüsse korrekter Dogdish Kappen, aber ich weiß leider nicht mehr woher die Originale stammen. Die Reifen sind aus der Restekiste.

Im Innenraum bekamen beide noch einige Details wie z.B. korrekte Funkgeräte, den Modellreihen entsprechende Lenkräder (beides Eigenbauten), Gurte, Gewehre mitsamt Halterungen, Türgriffe, Fensterheber und der Monaco noch ein Radargerät.

Weiterhin baute ich für beide Modellen die Scheinwerfergehäuse neu aus Profilen und Sheet, da die Bausatzteile zu einfach und zu unschön gehalten sind. 
Um ehrlich zu sein baute ich nur eines, die restlichen sind Abgüsse von dem Neubau. Die Scheinwerfergläser sind tiefgezogene Teile von Revells ’77 Chevrolet Monte Carlo, denn diese Scheinwerfergläser wurden von GM, Ford und Chrysler in diesen Jahren verwendet.

Am Fury baute ich zudem den Unterboden und den Motorraum komplett neu auf. Überwiegend kamen die Teile aus der Restekiste bzw. musste ich aus anderen Bausätzen räubern. Zudem spendierte ich dem Fury noch einen komplett detaillierten 440 c.u.i. Motor mit Six-Pack Vergaseranlage.
Der Monaco bekam den Bausatzunterboden und die den im Bausatz liegenden Motor ohne jegliche weitere Detaillierung. Da ich am Monaco die Haube zuließ störte mich hier der spärliche AMT Motorraum nicht.

Der Fury sollte als ziviles Polizeifahrzeug fungieren, daher bekam er nur ein rotes aufsetzbares Rundumlicht. 

Den Monaco allerdings baute ich als Streifenwagen, der eine festsitzende Signallichtanlage bekam. Diese Anlage baute ich komplett scratch. 
Als Standfüße verwendete ich Lötdraht, als Balken ein zurechtgesägtes Aluminiumprofil und als Rundumlichtgehäuse zurechtgesägte und gefeilte Fahrradbirnchenfassungen. Der „Innenraum“ in den Rundumleuchten, also „Leuchtmittel“ und Drehmotoren sind aus Plastikprofilen aufgebaut. Die blauen Rundumlichtgläser sind mit klarem Blau von Innen lackiert, da sie durchsichtig waren.

Die Außenspiegel sind komplette Scratchbauten aus Profilen, und die Suchschweinwerfer sind aus der Restekiste. Ebenso sind die Scheibenwischer an beiden Modellen komplette Eigenbauten aus Plastikprofilen.

Am Fury wie am Monaco wurden die Zierleisten an den Karosserien abgeschliffen und mit Evergreen Profilen neu aufgebaut, da die angegossenen Leisten mir nicht zusagten.
Lackiert wurde der Monaco in einem simplen weiß, der Fury bekam einen beigen Lack, beides aus der Sprühdose. 

Die Decals am Monaco sind Eigenentwicklungen. Im Internet suchte ich mir ein Polizeiwappen und dabei stieß ich auf den „Shawnee County Sheriff“ (ein Bezirk in Kansas). Da mir das Wappen von den Farbe und der Machart sehr gut gefiel, ließ ich mir das entsprechend auf den Maßstab geänderte von einem guten Modellbaukollegen im Saarland drucken.

Die Schriftzüge „Dodge“, „440“ und „Plymouth“ sind Ätzteile und stammen von Detail Master und Mr. Model.

Am Ende hat man mit etwas Aufwand aus einem Bausatz zwei sehr schöne und vor allem korrekte Modelle zweier Baureihen, die in USA wie Anfangs erwähnt äußerst beliebte Dienstwagen bei der Polizei waren.

 

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