|
|
|
 |
|
|
|
Von
Modellbauwettbewerben...!
(der
folgende Artikel zeigt zusätzliche Infos wenn man mit dem Cursor
über die markierten Wörter fährt)
Im
Modellbau - vor allem wenn man dieses Hobby nicht nur hermetisch abgeriegelt innerhalb seiner vier
Wände betreibt -
erlebt man schon das eine oder andere äußerst fragwürdige (siehe »"Was
erlaube..." und »"Modellbauforen..."). So
machte ich irgendwann auch meine einschlägigen Erfahrungen mit Modellbauwettbewerben (Neudeutsch
auch "Contest" genannt), in denen
ich u.a. jahrelang als Teilnehmer und Jury mitwirkte.
Nachdem ich vor ein
paar Jahren ein Schlüsselerlebnis bei den »"German
Model Masters" - kurz GMM - hatte, kurz danach in Telford/England bei der »"IPMS
World Competition" teilnahm und bei den Briten tatsächlich eine
Goldmedaille holte (und das ohne Doping!!!), konnte ich u.a. nicht nur einen
direkten Vergleich mit den deutschen Modellbauwettbewerben ziehen,
sondern konnte hautnah im Nachhinein miterleben was da stellenweise für Chaoten in
deutschen Modellbauwettbewerben unterwegs sind.
Der
in England in wirklich allen Belangen absolut hervorragend durchgeführte
Contest brachte mich zu der untrüglichen Erkenntnis: Deutschland benötigt
in dem Bereich noch kräftig
Entwicklungshilfe...!
Eines
vorweg: Ganz so krass, wie es in den folgenden Zeilen klingen mag,
geschieht natürlich nicht alles auf einen Schlag, aber bei jedem deutschen Modellbauwettbewerb
wird man mit irgendeinem des folgenden Wahnsinns konfrontiert. Viel Spaß...!
|
|
•
Der Modellbauwettbewerb, ein "Kräftemessen"
zwischen
Modellbauern, welches mit sportlichem Charakter und Fairness ausgetragen werden
soll(te).
In
diesen Wettbewerben treten unzählige Modellbauer gegeneinander an, in dem sie zuvor über
Wochen, Monate und manchmal auch Jahre ihre kostbare Lebenszeit damit
verplempern,
Modelle eigens für den Contest akribisch bis ins kleinste Detail und
hypergenau nach Vorbild zu bauen, zu detaillieren und lackieren,
Unmengen an Geld in das Modell zu investieren und die Familie ins Exil
zu schieben, um mit einer kontraevolutionären Selbstüberzeugung "gegen
mein Modell hat keiner einer Chance" in den Wettbewerb zu gehen.
|
|
|
|
•
Dann
kommt
der große Augenblick, an dem man entweder für all die Mühen mit einem
der heiß begehrten Pokale belohnt wird, oder man das
Wettbewerbsstartgeld doch lieber in einen Bausatz, ein paar
Bierchen oder in einen Hartz IV Empfänger investiert hätte...(letzteres hätte
sogar noch einen sozialen Aspekt gehabt)!
Nach
dem Wettbewerb protzen und prahlen die Gewinner im "Siegestaumel"
mit ihren Made-in-Korea-Staubfängern hämisch spottend und überheblich
über die Loser (Neudeutsch für Verlierer),
während sich die Loser verzweifelt ihre Birnen malträtieren, was an
ihrem Modell schlechter war als an dem Schrott, der den Preis gewonnen
hat...!
Anschließend
werden langjährige Freundschaften unter den Modellbauern gekündigt ("...dein Modell
soll besser sein als meines??") und hinterhältig freundlich
zum 1. Platz gratuliert ("...du hast es nie und nimmer verdient!!"),
so dass man sich am Ende in schwuchteligen »Bruce-Darnell-Posen
für Siegerfotos die sprichwörtlich allerletzte Blöße geben kann...!
Doch bevor es überhaupt zu
kontroversen Preisverleihungen kommen kann, müssen die Modelle
natürlich fachkundig und kritisch bewertet werden. Dafür ist die
sogenannte Jury
zuständig (eine Jury ist eine Gruppe von ein bis unzähligen Nichtsnutzen, die dafür engagiert werden, dass sie andere Menschen auf vielerlei Arten verspotten dürfen).
Die
aber ist
hin und wieder nur mit ungläubigem Kopfschütteln zu betrachten, denn was da
öfter mal von der Jury abgeliefert wird, kann nur noch mit einer sofortigen Kriegserklärung
ohne jegliche Beachtung der Genfer Konvention oder sonstigen
Völkerrechten beantwortet werden...!
Schon
alleine das äußere Erscheinungsbild mancher Jurymitglieder müsste dem
halbwegs vernünftigen Modellbauer zu denken geben; und wenn diese Ausnahmeintellektuellen
dann auch noch den Mund aufmachen, sollte man dies zum
Anlass nehmen, den Wettbewerb sofort zu boykottieren, im nächsten
Ramsch- und Plunderladen einen Pokal kaufen (ist billiger als die
Wettbewerbsstartgebühren) und sich "Ich bin der beste"
drauf pinseln...!
|
|
|
|
•
Zurück zur Jury, die gerne und völlig
selbstlos zu kontroversen Anschlussdiskussionen führt. Die
besteht beispielsweise zum einen aus rund um "wohlgenährten", schwitzenden und schmierigen
McDonald's-Dauerkartenbesitzern, die selbst noch nie ein Modell
zusammengebaut haben, da diese Pottwale durch ihre verschwitzten Hände meistens schon am Öffnen der Schachtel
scheitern und die kleinen Teile eh nicht mit ihren Wurstfingern greifen
könnten.
Aber
eine Big-Mac-XXL Schachtel öffnen ist für diese
Rainer-Calmund-Karikaturen kein Problem,
denn die Schachtel essen sie einfach mit...!
Dann
gibt es da noch solche Vollpfostenjurymitglieder, die allem voran sich selbst
für äußerst wichtig halten und sich affig in den Vordergrund nötigen, indem sie u.a. ständig im abgetragenen H&M Anzug und
knallbunter Krawatte, mitsamt Kunstlederaktenkoffer aus Taiwan und 386'er Notebook von
anno dazumal bei den Wettbewerben auftreten, um ihrer sowieso schon blassgesichtigen
Nullerscheinung ein noch lächerlicheres Erscheinungsbild zu geben...!
Diese billigen Imitationen von T-Com
Handyverkäufern haben ansonsten im ganzen Leben nichts zu melden, weder im
Job (sofern sie einen haben) noch in ihrer Familie (sofern sie eine haben)...!
Weiterhin
sind da in der Jury noch uralte Tattergreise mit mehr Kalk in
der Birne als die südenglische Küste bei Dover zu bieten hat, die
aber sofort
hellbegeistert in zwielichtig schönen Lebenserinnerungen von vor langer Zeit
schwelgen, wenn sie z.B. ein Modell einer »Me
109 sehen.......welche auch noch damals über Dover geflogen ist!
Aber
ihr Erinnerungsvermögen reicht durch die schon weit fortgeschrittene
neurodegenerative Erkrankung nicht aus um sich daran erinnern zu können, dass
sich ihr ehemliger, grenzdebiler »Arbeitgeber
schon längst selbst aus dem Chefsessel zyankalisierte...!
Die
nächste Jury besteht aus den Modellbauern selbst, die ihre Modelle in
den Wettbewerb stellen. D.h., dass jeder, der am Contest teilnimmt auch
gleichzeitig Jurymitglied ist und die Modelle der anderen Teilnehmer bewerten
muss; ob er nun will oder nicht.
Dabei
nimmt man auch das Risiko auf sich, eine auf
die Fresse zu bekommen, wenn man das beschissen gebaute Modell des aggressiven
und versoffenen Bastelkumpels nicht mit Bestnoten bewertet.
Mitunter
bietet sich aber auch die passende Gelegenheit, dem ungeliebten und
blöden Kollegen persönlich eins so richtig
auszuwischen, indem
man beim Bewerten auf dessen "Best-of-Show" verdächtiges
Modell versehentlich den Kugelschreiber fallen lässt.....uhps...!
Die
sprichwörtlich letzte Art der Jury kommt immer mehr in Mode und nennt
sich "Publikumswertung" (Neudeutsch "Public Voting").
Da werden die Besucher z.B. bei einer Modellbauausstellung dazu genötigt, die Modelle zu bewerten statt es einer auserwählten Kasperlejury zu überlassen.
Es
wird aber nicht per SMS oder getürkten Anrufen "gevotet" wie
z.B. bei der musikalischen Volksverarschung »"DSDS",
da schlendern völlig ahnungslose und desinteressierte Leute an den
Contestmodellen vorbei und bewerten per kurzen "Ah-ist-das-toll-Blick" die Modelle.
Letzteres
ist eine
ganz tolle Sache, denn damit kann sich so mancher Veranstalter ein
reines Gewissen verschaffen, wenn sich wieder mal ein paar Jammerlappen im Vorfeld von der Jury ungerecht behandelt
fühlen, und der Veranstalter am Ende bei Streitereien sagen kann "das hat das Publikum
entschieden"...!
Aber
eines haben alle Jurys gemeinsam: Sie alle haben oft überhaupt keine Ahnung
von dem, was sie da eigentlich tun (sollten)...!
|
|
|
|
•
Denn die Vorgehensweisen mancher Jurys wirken oftmals wie ein
Kulturschock auf die Modellbauer. Da tragen z.B. die tattergreisigen Juryangehörigen die
Contestmodelle vom
Wettbewerbstisch zu einem 100 Meter entfernten separaten Platz durch die
wirre Menge umherirrender Klebstoffschnüffler, damit man in aller Ruhe bei
einer 5-Liter-Lambrusco-Pulle die Modelle
belächeln und mit destruktiver Kritik verbal vergewaltigen kann.
Sobald
die Modelle endlich
am Ziel angekommen sind, erigieren einige der
masochistisch veranlagten Intelligenz-Insolvenzen beim Anblick der meisterhaften
Einzelstücke.
Dann stürzen sie sich mit »Zahnarztspiegelchen,
»Mini
MagLite
und Unmengen an Papierkram ausgerüstet - um ja "fachkundig"
zu wirken - auf die Wettbewerbsmodelle. Dabei können sie endlich ihren
lang aufgestauten Frust über ihre eigene Unfähigkeit, solche Modelle zu bauen,
mit voller Breitseite abfeuern.
Sie
»drehen,
kippen und begrabschen mit ihren
unbeholfenen Nasenbohrwerkzeugen die oftmals unbezahlbaren Stücke, als hätten sie eine
wehrlose »"Dolly"
in der Mangel.
Dabei verzerren sie oftmals
unerklärlich ihre ansonsten langweiligen Gesichtszüge zu erschreckend hässlichen Grimassen, und es sieht ganz so aus, als
würden sie unter unkontrollierbarem Muskelzucken leiden.
Damit möchten
sie aber nur beim umstehenden Publikum wortlos ihre fehlende fachliche Kompetenz überspielen, und manchmal auch ihre inneren Emotionen zeigen, »wie
toll dieses Modell gebaut wurde...!
Dass viele Modelle auf extra angefertigten Standplatten mit etwas
Klebstoff befestigt wurden bemerkt so manche Juryweichbirne in seiner
feuchten Erregung gar nicht.
Das Modell wird dann halt
irgendwie von der Standplatte herunter
gehebelt, damit man es auch "fachgerecht und kritisch" von
unten betrachten kann, da nicht alle mit einem der eigentlich
unerlässlichen »Zahnarztspiegelchen
ausgerüstet sind.
Dadurch
beschädigte und abgefallene Teile
vom Modell
»schieben
die Jurymitglieder dann ungläubig kopfschüttelnd zur Seite und geben in Punkto Verarbeitungsqualität
des Modells gleich mal noch einen Minuspunkt mehr (der Erbauer hätte das ja auch echt besser verkleben können)...!
Seither kann man immer mehr solcher
Hinweise sehen: »Klick
hier ...!
Hätte
in Telford ein Jurymitglied irgendein Wettbewerbsmodell bei der Bewertung auch
nur leicht angehoben, hätte er damit sich selbst sein eigenes Todesurteil
verhängt und die anderen Juryangehörigen hätten ihn nach guter
alter, englischer Tradition an Ort und Stelle geköpft...! Sollte man
auch bei uns einführen...!
|
|
|
|
•
Während der Bewertung
schleimen bzw. schleichen einige ungeduldige Möchte-gern-erster-Platz-Gewinner unaufhörlich nervös an den
Fingernägeln nagend um den mit Baustellenabsperrband
gesicherten VIP
Bereich der Jury herum. Sie versuchen dabei ganz cool und gelassen zu wirken, so ganz
dem Anschein nach, als würden
sie gerade rein zufällig an dem Wettbewerbsbereich vorbeikommen.
Mit
hektischen, fiebrig nervösen Rundumblicken - um die anderen Modellbauer zu beobachten was
die tun - versuchen sie
der (de)konzentrierten und (in)kompetenten Jury noch ein paar Infos ins Ohr zu
schleimen, was denn noch so alles an ihrem - ihrer Meinung nach - sowieso absolut tollen Modell
gemacht wurde, um sich vielleicht noch ein paar Pluspunkte zu erschleichen.
Diese
geistig minderbemittelten Schleimbeutel schieben dabei auch
nebenbei den Hinweis mit ein, was die so oder so schon hoffnungslos
überforderte Jury eigentlich von dem
Modell des Kollegen XY hält...! Denn dessen Grün auf dem eh schäbig
gebauten Flugzeug ist
doch aber bestimmt nicht so ganz original wie es sein müsste, also das sei
schon ein grober Fehler....! Und schon hat der Kollege einen Minuspunkt
mehr!
Die
von einem »Modellbau-Dachverband in
unsinnigen und erfolglosen Kursen ausgebildeten Jurymitglieder lassen
sich aber in ihrer angeblich anstrengenden Arbeit nicht immer so schnell
beeinflussen. Denn sie haben
oft von Anfang an ihre unangemessenen Urteile über
die Modelle gefällt, da sie den Erbauer des Modells kennen und gar
nicht leiden mögen....!
|
|
|
|
•
Das Public Voting: Ganz anders geht es zu, wenn das Publikum bewertet.
Der Veranstalter z.B. einer Modellbauausstellung legt am Eingang einen
Berg krumm und buckelig geschnittener Zettelchen aus, auf denen nur ein
Feld auszufüllen ist (mehr kann man einigen Besuchern auch echt nicht
zumuten).
Nachdem
die Besucher den überteuerten Eintritt bezahlten, bekommen sie
einen der Zettel (für Schreibgerät müssen die Besucher selber sorgen)
mit dem Hinweis, dass auf der Ausstellungsfläche ein paar Modelle zum
"Public Voting" stehen, die die Besucher bewerten dürfen und
sollen. Und je nach Veranstalter kann der Besucher sogar auch einen
Preis gewinnen, wenn dieser den ausgefüllten Zettel
wieder in eine schäbige Pappebox am Eingang einwirft.
Nun
macht sich der Besucher genötigt vom Veranstalter auf die Suche nach
den Wettbewerbsmodellen, vor allem weil ihm die Chance aufgedrängt
wurde, ein tolles Modell gewinnen zu können.
Aber
eigentlich war sein Plan, dass er in Ruhe
Modelle anschauen wollte, hier und da ein Gespräch mit den Modellbauern
führen könnte und einfach die Plastikatmosphäre genießen möchte.
Aber daraus wird nichts...!
Neben
ihm schleppt sich seine gelangweilte, 92 Kilo Ehefrau durch die Tischreihen und
fragt ständig nach, ob sie in der neuen Bluse nicht doch etwas mollig
wirkt.
Die
beiden nörgelnden und pausenlos streitenden Krawallkinder versuchen
zwischen ihren privaten Kleinkriegen immer mal wieder nach den ausgestellten
Modellen zu greifen - so viel schönes Spielzeug - was der schon recht angenervte Papa bislang zu
verhindern wusste.
Gerade
hat der Besucher einen bekannten Modellbauer entdeckt und will mit ihm
ein kurzes Fachgespräch über ein neues Modell beginnen, ist schon nach
der Begrüßung ein jähes Ende der Konversation.
Denn
im Hintergrund schnappt
sich dann doch eines der Nervensägen erfolgreich
ein etwas näher an der Tischkante
stehendes Modell und hält es im Würgegriff freudestrahlend nach oben.
Im gleichen Moment bekommt der Vater schnell eine verbale Ohrfeige des entsetzt
kreischenden Modellbauers - dem das Modell gehört - das die Luft erzittert...!
Natürlich
weckt der kurze, aber ziemlich heftige Disput zwischen dem zum Hulk
mutierten Modellbauer und dem sich hunderttausendmal entschuldigenden
Vater der beiden Plagen, das Interesse der anderen Leute im Raum. Jetzt
hat der arme Kerl nur noch ein Ziel: Schnell weg hier...!
Dabei
bemerkt er - mit den Nerven schon am Boden liegend - neben dem
demolierten Modell eine auf einen Fresszettel gekritzelte Nummer, und
schließt folgerichtig daraus, dass es sich um eines der
Wettbewerbsmodelle handelt.
Schnell
"votet" er das Modell als Geste der Versöhnung als seinen
Topfavorit und wirft danach ohne sich die anderen Modelle anzusehen
seinen Stimmzettel in die mittlerweile überquellende Box am Eingang.
Fünf
vor Feierabend wird dann die Siegerehrung vorgenommen. Der Veranstalter
lässt es sich natürlich nicht nehmen, persönlich erst einmal eine
halbe Stunde lang jedem Blindgänger der irgendwas mit der Ausstellung
zu tun hatte zu danken, um danach die Wettbewerbsplatzierungen 1 - 100 rückwärts
durch das Mikrofon zu sülzen.
Rings
um ihn herum packen 99,9% der Aussteller ihre Modelle schon ein, stellen
die Tische zusammen und erst als der Veranstalter dreimal den Namen des
Gesamtsiegers durch das Mikro plärrt, hebt einer überrascht den Kopf.
"Was, ich???" fragt er ungläubig.
"Ja
du Depp, auch wenn dein Modell schon bevor es durch die beiden Plodden
kaputt gemacht wurde vollkommener Bullshit war...!"
meint der sich betrogen fühlende Kollege daneben.
Den
Sonderpreis für das Publikum in Form eines sauteuren und raren Bausatzes bekommt
dann irgendein Zufallstyp, der sich noch bei der Veranstaltung aufhält,
da der gezogene Besucher die Veranstaltung vor einer Weile entnervt
verlassen hatte...!
Der
Zufallstyp kann aber damit gar nichts anfangen, denn als Hausmeister der
Ausstellungshalle hat man ganz andere Hobbys, so dass er den Tip-Top
Bausatz an seinen pyromanisch veranlagten Enkel verschenkt, der ihn dann
zu Sylvester in die Luft sprengt!
Das
"Public Voting", eine perfekte, nicht voreingenommene, faire
und fachkompetente Bewertung, besser geht es nicht...!
|
|
|
|
•
Viele Modelle scheitern
in den Wettbewerben aber nicht nur durch Zufälle, sondern aufgrund enormer Fehler am Modell bzw. an dem
Bockmist,
welchen der Modellbauer selbst fabrizierte. Mal
ein paar (tatsächliche) Beispiele dazu:
|
- |
ein Flugzeug "Propeller 0815-Irgendwas", perfekt gebaut,
detailliert und lackiert, fällt bei der "Fachjury" durch,
weil sie der unbeirrbaren Meinung ist, dass das Grün nicht dem
RLM82 Farbton entspricht.
Es sei ein Touch zu hell und müsste daher auf
jeden Fall RLM83 sein, was es aber auf diesem Flugzeugtyp nie gab...(Farbvariationen
gab es in Kriegszeiten nämlich niemals nie nicht)... |
|
- |
ein recht aufwändig gebautes Militärfahrzeug (und in jedem Falle einen
Pokal wert)
wird schon nach dem ersten Drüberschauen aus der weiteren
"Inspektion" der Fachidioten verbannt, weil einer der Doofmänner
auf den ersten Blick erkannt haben möchte, dass es nur 229 Kettenglieder statt 232
sein können, da die Kette nicht so durchhängt wie es seiner (in)kompetenten Meinung
nach eigentlich sein müsste...(tatsächlich nachgezählt hatte er aber
nicht)... |
|
- |
ein perfekt gebautes, sehr gut detailliertes und auf Hochglanz
lackiertes Automodell hat bei der Jury keine Chance, da sie lieber einem
mehr schlecht als recht, aber ziemlich großen Truck den Vorzug geben...(Masse
statt Klasse)... |
|
- |
die Rotorblätter eines Eigenbauhubschrauber der Sonderklasse gingen
beim Transport des verkalkten Jurytattergreises von Tisch zu Tisch zu
Bruch.
Somit fiel das Modell
nicht nur auf den Boden, sondern bei der Jury auch durch, da die Rotorblätter statt auf dem
Rotorkopf neben dem Modell lagen...(ein viergestückeltes Rotorblatt gab es
im Original nämlich nie)... |
Tja,
liebe Contestteilnehmer, baut eure Modelle in Zukunft genauer wenn ihr einen
Pott gewinnen möchtet. Mit dem eben beschriebenen Schrott bekommt ihr
nicht mal die goldene Himbeere...!
|
|
|
|
•
Wettbewerbsteilnehmer sind auch immer für einen Lacher gut. Da gibt es Typen, die über Jahre
hinweg von einem zur anderem Wettbewerb tingeln, immer mit dem gleichen
Modell (sonst haben sie ja nichts annähernd gescheites vorzuzeigen).
Denn sie hatten mit diesem Modell mal zufällig einen ersten Platz
belegt und nun denken sie in ihrer lösungsmittelhaltigen Umnachtung, das klappt
jetzt überall und sie könn(t)en damit bei jedem Contest die Konkurrenz
schlagen.
Doch
eines Tages, bei irgendeinem Wettbewerb, wird ihr von unzähligen
Ausstellungen in Mitleidenschaft gezogenes Modell von einem anderen,
besseren Modell auf einen unbedeutenden, ganz hinteren Platz so richtig
fett weggeschossen.
Nun
bricht eine Welt für diese Tagträumer zusammen, sie können es nicht
fassen und stehen kurz davor von der Teppichkante zu springen, dass sie
bzw. ihr Modell geschlagen wurden; dabei ist ihr Modell doch auf den
vorhergehenden Wettbewerben immer prämiert worden (und wenn es der sagenhafte fünfte Platz von fünf Teilnehmern war). Seither nahmen sie
nie wieder an einem Contest teil...!
Eine
Weile bevor die Anmeldung zu einem Wettbewerb eröffnet wird, stehen viele pokalhungrige Modellbauer schon in einer endlosen Schlange vor dem
Anmeldetisch herum, wie bei einem Sonderverkaufstag eines teuren
Billigramschanbieters. Sie denken wohl, wer zuerst anmeldet, hat bessere
Chancen um einen der vordersten Platzierungen zu bekommen..!
Bis
zur Anmeldung muss man sich natürlich auch die Zeit irgendwie
vertreten, und da bietet sich schon mal die Gelegenheit, vorab vorsichtig bei den Kollegen in
der Schlange nachzuhaken, welches Modell sie in welcher Kategorie
melden:
"Ach,
du auch hier? (boah, dieser Typ schon wieder...)
Und,
wat neues gebaut? (hoffentlich nicht wieder so nen Hammer wie
letztes Jahr, null Chance gegen den!)
Ach
echt, DAS neue Modell?! (scheisse, ich nämlich auch!)
Und,
guter Bausatz? (aber logisch...)
Meldste
den dann auch beim Wettbewerb an?? (verdammt, ich wollte das eigentlich auch, und nun?)
Und,
machste noch wo mit? (nee, nicht da auch noch!!)
Ahm,
du wart mal, ich muss mal geschwind aufs Klo...!(na dann halt keinen
Pokal dieses Jahr, wie jedes Jahr eigentlich!!!)"
Andere
ramdösige Modellbauer wiederum streifen mit Adleraugen im Tiefflug über die
Ausstellungstische und suchen nach möglicher Konkurrenz, noch bevor sie ihr Modell
zum Contest anmelden und überhaupt mit in der Schlange
anstehen.
Denn
es könnte ja durchaus sein, dass da ein absoluter Knaller zum
Wettbewerb gemeldet wurde und man evtl. keine Chance dagegen haben könnte. Findet
man tatsächlich so einen Kracher, wird der Quadratmillimeter für Quadratmillimeter ganz genau inspiziert, denn einen Fehler
muss das Modell mit Sicherheit haben. Und tatsächlich, es findet sich immer
ein Haar in der Suppe, man muss nur lange genug danach suchen.
Da,
an einem 1:72'er Flugzeugmodell eines bis dato völlig unbekannten
Modellbauers, unter der linken Tragfläche, zwischen den
Bombenaufhängungen zwei und drei, genau an der sechsten Befestigungsschraube
der Wartungsklappe links vorne rechts gegenüber, da ist der Tarnlack abweichend vom Rest des
Lackes. Na da muss doch die Jury mit der Nase drauf gestoßen werden;
das gibt Minuspunkte.
Sogleich
macht sich der intrigante Weichspüler auf die Suche nach dem einen
Jurymitglied, welches ihm noch etwas schuldig ist. Nachdem er ihn
gefunden hat, wird ihm bei freudigem, schleimtriefenden
Wiedersehensschulterklopfen so nebenbei die Schuld erlassen, wenn er an dem
Modell den gewaltigen Farbfehler mit in die Bewertungskriterien
einfliesen lässt; und dem Schrott des fiesen Schuldeneintreibers bei
der Preisverleihung mindestens aber den "Best-of-Show"
zuspricht.
|
|
|
•
Preisverleihungen haben auch ihren ganz persönlichen und
interessanten Reiz. Da stehen am Ende einer Veranstaltung die am
Wettbewerb teilnehmenden Verrückten dicht
gedrängt um den mutigsten der Jury herum, der dazu unfreiwillig von den
Jurykollegen auserkoren und mit Mikro in der Hand an vorderste Front
geschoben wurde...!
Denn
da vorne besteht die unmittelbare Gefahr, von der Menge raffgieriger
als erster gesteinigt zu werden, falls die Platzierungen
nicht so ausfallen, wie es sich jeder einzelne dieser Plattköpfe
vorstellt.
Nachdem
der arme und übernervöse Kerl, der mittlerweile mit dem Leben
abgeschlossen hat, eingeschüchtert von den stechenden Blicken der
Umstehenden dann ein paar mal ins Mikro gehüstelt hat, fängt er an mit
fistelnder Stimme die Platzierungen bekannt zu geben. Im Nu ist absolute
Ruhe, man könnte eine Stecknadel fallen hören.
Nun
stehen da ja was-weiß-ich-wieviele Gierige herum in der
Hoffung, einen Pokal zu ergattern. Aber meistens werden nur die ersten
drei Plätze mit den Billigblechpötten prämiert.
Der
erste aufgerufene Gewinner wird von den anderen Teilnehmern schon mal
argwöhnisch betrachtet, während der lässig und cool zu dem
Juryangehörigen schlendert, der ihm in gehörigem Respektabstand den
Pokal mit vor Angst nassgeschwitzter Hand überreicht. Dabei lächelt
der Preisträger freudig in die Menge, und zu dem Jurymitglied flüstert
er gleichzeitig in bedrohlichem Ton: "Wieso nur dritter Platz,
du Sack??" Nun ist der dritte Platz schon mal weg, bleiben noch
zwei.
Die
Stimme des Juryangehörigen wird zunehmend undeutlicher als er den
nächsten Platz bekannt gibt. Dennoch hat der Zweiplatzierte seinen
Namen gehört und schreitet freudestrahlend und begeistert erhobenen
Kopfes nach vorne.
Die
Blicke der anderen sind nun schon ziemlich bösartig, hat der Stinker vom verhassten Modellbauclub "MiesesPlastik e.V."
doch tatsächlich einen Blumentopf geholt, und das mit dem Mist den er
da baute. Während er sich durch die Menge blöd drein schauender und
beleidigter Kontrahenten zur Jury durchzwängt, bekommt er hier und da
noch einen Rempler in die Rippen und das eine oder andere zugeflüsterte
Schimpfwort mit auf den Weg.
Unzählige
mal bedankt er sich bei der Jury für den zweiten Platz, soweit vorne
platziert zu werden habe er nie und nimmer erwartet bei der großen
Konkurrenz. Die stinksauere Konkurrenz hat das aber auch nicht
erwartet...!
Nun
wartet noch der völlig geschmacklos gestaltete Pokal des ersten
Platzes auf seinen Gewinner des diesjährigen Lachplatten-Wettbewerbes.
Alle
Blicke der noch anwesenden Teilnehmer - und das sind alle bis auf die
beiden eben - richten sich gespannt wie ein Flitzebogen auf den in fünf
Minuten mindestens zehn Zentimeter kleiner und dreißig Jahre älter
gewordenen armen Kerl, der nun endgültig unverschuldet zum
Prügelknaben wird..!
Fast
kraftlos krächzt er zitternd den Namen eines Modellbauers ins Mikro,
dessen Name bei ausnahmslos allen erst mal unzählige Fragezeichen
hervorruft. "Wer? Was?? Wer ist das??? Kennt den jemand????"
Er
selbst, der in der Szene noch Namenlose, weiß gar nicht wie ihm
geschieht als er von einigen Dränglern mehr unbeabsichtigt nach vorne durch die Menge
rat- und sprachloser
Nullen geschoben wird. Sie hatten mit allem gerechnet, mit jedem ihrer
Kollegen, aber nicht mit einem unbekannten Niemand...!
Der
Niemand selbst nimmt ebenfalls völlig sprachlos seinen hässlichen Pokal entgegen
und schreitet mit dem Gedanken davon: »"»"Mit
dem Modell werde ich auf jeder Ausstellung gewinnen"
während im Hintergrund ein nicht erfolgreicher Teilnehmer einen der
Jurymitglieder im Würgegriff freundlich "Auf Wiedersehen"
sagt...!
Demnächst
mehr auf diesem Kanal...!
|
|
 |
|  |
| |