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1967 Dodge Charger "White Hat Special"

 

Revell 1:25, gebaut nach Original wie er in meiner Garage steht

 

 

1967 Dodge Charger “White Hat Special”

Wenn man einen originalen 1967 Dodge Charger in seiner Garage stehen hat, man zudem Automodellbauer ist und es Bausätze des 1967’er Charger gibt; dann liegt wohl nichts näher, als dieses Auto auch bauen zu wollen.
Zur Auswahl hatte ich zwei Bausätze, entweder den alten MPC Charger oder den aus dem Jahr 2000 stammenden Revell Charger. Letzterer war von den Details und der feineren Ausführung her dem MPC Charger weit überlegen, aber er hatte auch seine (leichten) Schwächen in den Proportionen. Vor allem der Vorderbau des Revell Chargers war etwas unstimmig und die aus rotem Klarsichtmaterial gefertigten Rückleuchten sind in ihrer Struktur falsch. Ein Vinyldach haben beide nicht (was ich aber benötigte), so dass hier kein Bausatz einen Vorteil hatte.
Mit dem für mich gesehen unerheblichen Fehler im Vorderbau und der Heckscheibe des Revell Chargers konnte ich sehr gut leben, so dass ich mich schnell entschied, doch den Revell Bausatz zu verwenden.
In Büchern oder im Internet musste ich dieses mal nichts suchen um mehr Details über den Charger zu finden, da ich ja die „Quelle“ direkt in meiner Garage stehen habe – so dachte ich!!! 
Beim Vergleich Original mit Bausatzteilen stellte ich u.a. schnell fest, dass die Felgen, die Mittelkonsole und der Automatikschalthebel am Original anders waren als die Bausatzteile (bei Revell wie MPC). Also doch nach Infos suchen...!
Bei meinen Recherchen über diese Teile wurde ich in einem Mopar Forum fündig, und als ich dort anfragte, was das für Felgen sind und in welchem Bausatz man die evtl. findet, bekam ich eine sehr überraschende Antwort. 
Ein User in diesem Forum wusste sofort, dass dieser Charger kein gewöhnlicher Charger war, sondern eine Sonderanfertigung mit Namen „White Hat Special“.
Diese Sonderauflage des 1967’er Chargers hatte einige Unterschiede zum normalen Charger. Dazu gehörten u.a. die sogenannten „deep-dish wheel covers“ Felgen, Vinyldach (wahlweise in schwarz oder Levantweiß), Whiteline-Reifen, Servolenkung und eine andere Automatik-Schaltkonsole.

Der Name „White Hat Special“ kam von dem damals aktuellen Dodge Boys-Logo und dem Slogan: "You can tell they're good guys - they all wear white hats." Frei übersetzt: "Man kann sagen, sie sind gute Jungs - sie alle tragen weiße Hüte."

Die Felgenfrage wurde mir in diesem Forum ebenfalls beantwortet; diese findet man im Bausatz 1966 Chevrolet Chevelle SS (SS steht für Super Sport und sonst für nichts!) von Lindberg. Einziger Unterschied: Das Emblem in der Nabe. Das Chevy Emblem fräste ich heraus und setzte ein in Resin abgegossenes Chrysleremblem hinein: Fertig!

Ein weiteres Problemchen war jedoch noch zu lösen: Ich musste mich auf die Suche nach einem passenden Motor machen, da in beiden Bausätzen nur ein 426cui Hemi drin ist und ich aber einen 383cui benötigte (denn der ist im Charger meines Freundes verbaut).
Den Motor fand ich im 1969 Dodge Dart GTS von Revell, so dass dieses kleine Problem auch schnell gelöst war.

Der Innenraum wurde bis auf die Mittelkonsole aus der Schachtel gebaut. Die Mittelkonsole und der Schalthebel wurden aus Plastikprofilen zu den im echten Wagen verbauten Teilen geändert. Das Lenkrad bekam aus Silberdraht einen neuen Hupring und der Blinkerhebel wurde ebenfalls aus Silberdraht neu gebaut.
Der Charger meines Freundes ist im Innenraum schlicht schwarz gehalten, was dann die Lackierung der Sitze, Türverkleidungen etc. erleichterte. Der Boden wurde beflockt um einen realistischen Teppich zu erhalten.
Die Chrom- und Aluteile wie Zierleisten, kleinere Zierbleche und Gehäuse der Rundinstrumente sowie die Armaturenverkleidung wurde mittels Bare Metal Folie realisiert. Um einen Alueffekt zu bekommen wurden die Stellen auf der Bare Metal Folie einfach mit mattem Klarlack überzogen; fertig..!

Nun ging es an den Motor. Der 383’er Motor wurde komplett wie der Originale lackiert, gealtert und verkabelt, zusätzlich kam im Motorraum noch eine scratch gebaute Batteriehalterung dran, der Rest im Motorraum wurde aus der Schachtel gebaut.
An die Feuerschutzwand setzte ich noch die Anschlussstutzen der Klimaanlage, die Schläuche der Heizung/Klimaanlage allerdings ließ ich weg, da diese am originalen Wagen auch nicht angeschlossen sind (die Klimaanlage wurde ausgebaut, da sie defekt ist).
An der Karosserie wurde nichts geändert, lediglich auf dem rechten vorderen Kotflügel bohrte ich ein Loch für die Antenne, die aber am originalen Wagen nicht eingebaut ist (ebenfalls defekt).
Wer sich nun fragt, warum ich z.B. die Klimaanlage und die Antenne nicht einbaute, dem kann ich ganz einfach antworten: Ich wollte das Modell so bauen, wie der originale Wagen in meiner Garage steht. Und somit ist es ein sogenanntes „Unikat“...!

Nachdem die Karosserie im zu 99% gleichen Farbton lackiert war (Farbe wurde vom Lackierfachhandel gemischt), wurde sie leicht angeschliffen und poliert. Danach kam das Vinyldach dran.
Das Vinyldach wurde mittels drei Streifen sehr feinem Kreppklebeband realisiert. Ein breiter Streifen in die Mitte des Daches und zwei schmalere links und recht, so wie es auch im Original war. Danach wurde das Dach mittels Airbrush und seidenmatt Schwarz lackiert. So sah das auf jeden Fall realistisch aus.


Die im Revell Bausatz falschen Rückleuchten wurden gegen die aus dem MPC Bausatz getauscht, da die MPC Rückleuchten absolut 100% stimmig sind. Ich musste diese lediglich etwas an den Kanten schleifen, damit sie auch in die Revell Chromfassung passten.

Die Schriftzüge „383 Four Barrel“ an den vorderen Kotflügeln, „Charger“ an den C-Säulen und der Chargerschriftzug auf dem Rückleuchtenband stammen aus dem Ätzteilesatz für den Charger von MCG (Model Car Garage).
Am Ende wurden die Stoßstangen und der Kühlergrill dem Original entsprechend noch mit etwas „Flugrost“ gealtert, denn der Wagen hat immerhin über 40 Jahre auf dem Buckel.

Nun zieren zwei Dodge Chargers meine vier Wände, einer in der Garage und einer in der Vitrine...!

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