Peter packt aus...der etwas tiefere Blick in die Bausatzschachtel

(der folgende Artikel zeigt zusätzliche Infos wenn man mit dem Cursor über die markierten Wörter fährt)

 

1960 Pontiac Bonneville Sports Coupe

Hersteller: Trumpeter

Maßstab: 1:25

ID Nummer: 02502

Preis: zwischen 30 und 40 Euro (je nach Anbieter)

Teile: 219, bestehend aus 8 Vinylreifen, 3 Gußäste in weißem Kunststoff, 1 Chrom-, 1 Klarsicht-, 1 Klarsicht-Orange-, 1 Klarsicht-Rotgußast, Ätzteile und Kupferdraht (Haubenscharniere), 1 Decal für Armaturen

Bewertung:

 

Der Bausatz: Im Prinzip müsste dieser Artikel hier heißen "Peter packt wieder ein"...! Denn das, was da an Plastik abgeliefert wurde, grenzt schon an Frechheit (»mehr darüber hier).  Viel zu viel (positives) Spektakel wurde um den Bausatz von Seiten des Herstellers und der Modellpresse gemacht. Doch die hohe Vorfreude wandelte sich nach dem Erscheinen des Modells z.T. in ernüchternde, getrübte Realität.

 

 

Zwar sind über 200 Teile im Bausatz enthalten, einige äußerst wichtige davon jedoch in einer unerwartet schlechten Qualität bzw. Stimmigkeit.
Dazu gehört vor allem die Karosserie, denn sie weicht in vielen Punkten erheblich vom Original ab. Diese nicht unerheblichen Fehler werde ich hier einmal auflisten.
Um sie an der Karosserie etwas "bildlicher" darzustellen, wurden sie mit farblich abgesetzten Zahlen und Linien versehen.

Referenzmaterial: Die Karosserie des "Trumpeter" Bausatzes wurde mit einem originalen 101% stimmigen AMT 1960 Bonneville Promo (Promotions-Model) und Originalbildern verglichen.


1. Vorderer, oberer Dachrand zu gewölbt (muss gerade verlaufen)
2. A-Säule zu gerade (muss schräg nach hinten verlaufen)
3. Seitliche Stücke der Windschutzscheiben-Zierleiste fehlt (Zierleiste zieht sich komplett herum)
4. Wellen, Dellen im Dach
5. Eiform von A- bis C-Säule (Rand muss kerzengerade verlaufen)
6. Untere Heckscheiben-Scheiben-Zierleiste fehlt komplett
7. C-Säule macht einen zu starken Schwung (muss fast gerade verlaufen)
8. „B-Säule“ zu dick (sind an der Scheibe aufgeklebte dünne Streben)
9.0 Zwischenblech um ca. 3mm zu breit
9.1 Dadurch Dach ca. 2mm zu kurz
10. Steigender Schwung ab Türkante nach hinten fehlt komplett
11. Eine Sicke zuviel (Coupe hat drei, nur Convertible hat vier Sicken)
12. Zierleisten aufgesetzt (müssen vertieft sein)
13. Schriftzüge zu filigran, Gefahr beim Lackieren zugeschwemmt zu werden
14. Flossen zu kurz und zu nieder
15. Motorhauben-Sicke zu breit
16. Motorhauben-Sicke zu kurz (muss von „Bonneville“ Schriftzug bis fast an Hinterkante laufen)
17. Schriftzug zu filigran, Gefahr beim Lackieren zugeschwemmt zu werden
18. Kühlergrill mittlere, senkrechte Strebe fehlt
19. Decals beschränken sich auf ein einziges Armaturen-Decal
20. Türgriffe, Rückspiegel, Scheibenwischer und einige weitere Innenraumteile nicht am Chromgußast
21. Auspuffanlage am Chromgußast, was wiederum dort nicht hin gehört.
22. Kofferraum innere Seitenverkleidungen fehlen, Verkleidung Rückbank/Kofferraum fehlt
23. Manche Auslieferungen enthalten äußerst schlechten Chrom (ist mehr mattes Alu als Chrom)

 

Weiterhin sind die Rückenlehnen der Sitzbänke viel zu hoch, der Motorblock hat falsche Anschlüsse für Wasserschläuche, die hinteren Radausschnitte sind zu hoch, es fehlen die auf der Schachtel beschriebenen "Metal Transfer Emblems" (sind in keinem Bausatz enthalten, das grenzt schon an Betrug)...usw...!


Bei manchen Auslieferungen (vor allem in der ersten Serie) war zudem ein äußerst schlechter Chrom im Bausatz enthalten, der jetzt nach und nach korrigiert wurde (wobei immer noch kein AMT oder Revell Standard erreicht wird).

 

Ein Plus ist der übersichtliche Bauplan, weiterhin die geätzten Haubenscharniere die funktionell und vorbildgerecht arbeiten, jedoch etwas kompliziert im Aufbau sind. Endlich sind mal Reifen (8 Stück „Telstar Tires“ mit zwei unterschiedlichen Profilen) in einem „Vintage US Car“ enthalten, die epochengerecht und stimmig sind.

Fazit: Für einen Neuling ist der Bonneville nicht zu empfehlen. Für einen langjährig erfahrenen Modellbauer und auch US-Car Fan stellt das Modell eine echte Herausforderung dar (alleine schon die massive Karosseriekorrektur).
Aber, es wäre mit Sicherheit besser gewesen, der Trumpeter Bausatz hätte hundert Teile weniger, also etwa AMT oder Revell Standard, und die ersparten Teilekosten hätte man in eine bessere Vorbildvermessung und Teileplanung investiert.
Der Inhalt rechtfertigt den hohen Preis von 30-40 Euro (je nach Anbieter) überhaupt nicht; auch nicht die überall als positiv angesehenen 219 Teile oder die geätzten Motorhaubenscharniere.

In einem direkten Vergleich z.B. mit AMT hat am Ende der Trumpeter Bausatz - trotz über 200 Teilen - auch nicht mehr zu bieten; außer dass z.B. die Schalter und Lüfter am Armaturenbrett oder andere Teile des Trumpeter Bausatzes einzeln sind, bei AMT sind sie „aus einem Guß“ (nach dem Einbau sowieso nicht mehr ersichtlich ob separates Teil oder nicht).

Im Prinzip gilt: Bausatz liegen lassen oder aufwändig korrigieren...!

Warum in manchen anderen Reviews der Bausatz als "Top" dargestellt wird kann man
»hier nachlesen. Das aufwändig korrigierte »1960 Pontiac Bonneville Sports Coupe in der Galerie.

 
Dieser Artikel wurde seit dem 07.06.2008 
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by © P.L."the_no.3" Durmersheim/Germany 2004

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